Mitglieder

In der Community sind...


männlich 786
weiblich 245
Sag ich lieber nicht... 72
Aktuell 1 Gast online
Community
Benutzername

Passwort

Passwort vergessen?
Registrieren
Tauchspots

Favorisier uns!
 
 
header_center
Panorama Riff
drachenkopf3.jpgJede Region hat ihre Highlights: Spots, deren Bekanntheitsgrad die der anderen überstrahlt und die unter Tauchern das Dauerthema in den örtlichen Basen darstellen - und in Safaga dreht sich fast alles um das Panorama Riff.
 
„Wann fahren wir denn dahin? Gibt´s da Haie? Wie tief ist es denn dort?“ Kaum ein Guide, der sich an eine Woche ohne diese Fragen erinnern kann. Einige Tauchspots halten, was der Ruf verspricht, bei anderen fragt man sich, auf was dieser wohl begründet gewesen sein mag und bei der dritten Gruppe hat der gute Ruf über die Jahre hinaus das Riff ruiniert.

Und das Panorama Riff? Man kann sehen, was den Platz so bekannt hat werden lassen: Die senkrechten Steilwände, der schöne Bewuchs, das immer noch recht hohe Fischaufkommen.

 

  

Die absoluten Highlights sind allerdings verschwunden – Haibegegnungen sind eher zufällig statt planbar und die ehemals großen Tunfischschwärme werden immer kleiner bzw. lassen sich nur noch recht selten blicken. Dennoch ist das Panorama Riff einen oder auch mehrere Besuche wert; in der Region um Safaga zählt es nach wie vor zu den Topspots.

schildkroete.jpgVon Safaga aus erreicht man das Panorama Riff meist innerhalb von 60 Minuten. Gemeinsam mit Abu Kafan und Hal-Hal ist es eines der 3 großen Außenriffe, rund 15km von der Küste entfernt. Aus Tiefen von über 300 Metern steigt das Riff bis an die Wasseroberfläche empor. Auf seiner Nordostspitze steht ein nachts weithin sichtbares Leuchtfeuer. Meist ankern die Tauchschiffe über dem südwestlichen Plateau oder direkt an der Westseite, da man dort am besten vor den von Nord nach Süd laufenden Wellen geschützt ist. Weil das Riff recht lang ist, kann man es in drei verschiedene Tauchplätze unterteilen: Die Westseite, die Ostseite und das Südplateau. Bei den beiden erstgenannten Varianten beginnt man den Tauchgang an der Nordspitze und lässt sich dann, mit dem Riff an der linken oder rechten Schulterseite, nach Süden treiben, wobei einem gerade auf der Ostseite die Strömung häufig zu Gute kommt. Gerade hier wartet Steilwandtauchen vom Feinsten auf die Besucher; die Wand fällt dort annähernd senkrecht ab, bevor sie mit dem tiefen Blau verschwimmt.

 

Tauchgang am Panorama Riff


Sowohl die Ost- wie auch die Westwand sind vom Norden her nur als Drift-Tauchgang zu machen, wahlweise vom Zodiak
oder vom langsam fahrenden Tauchboot aus. Will man die östliche Seite erkunden, bleibt das Riff auf der rechten Schulterseite, während der Blick immer wieder ins Freiwasser schwenken sollte: Ab und zu lassen sich hier Haie sehen, Adlerrochen schweben vorbei und selbst Mantas wurden schon beobachtet. Sich mit der Strömung langsam treibend lassen, freut man sich ob der Fülle des Korallenbewuchses. Auch wenn das Panorama Riff schon recht lange und häufig betaucht wird, so hat die Unterwasserflora an dieser Stelle noch immer beeindruckendes zu bieten – sie erreicht zwar nicht ganz das Niveau von Elphinstone, ist aber deutlich besser als bei vergleichbaren Riffen dieser Region. Zahlreiche Riffbarsche, Muränen und Schnapper begleiten den Tauchgang, durch das Freiwasser streifen Makrelenschwärme. Gerade dort, wo sich Weichkorallen befinden, stoßen Taucher immer wieder auf Schildkröten, denen diese als Nahrung dienen. Das auf 25 Meter liegende Südplateau kündigt das Ende des Tauchganges an, spätestens dort sollte man in flachere Regionen aufsteigen und sich nach dem Napoleon-Lippfisch umschauen, der hier zu Hause ist.

Etwas anders sieht es auf der gegenüberliegenden Westseite aus: Begegnungen mit Großfischen sind seltener, Strömungen sind, sofern überhaupt vorhanden, deutlich schwächer ausgeprägt. Direkt am Übergang zwischen Nord- und Westseite findet sich in 20 Meter Tiefe ein schmales Plateau, auf dem sich neben Korallengärten Anemonenfische, Haremsbarsche und Juwelen-Zackenbarsche tummeln. An der Kante des Plateaus fällt das Riff dann steil bis in große Tiefen ab. Der Bereich zwischen 15 und 30 Meter hat auch auf dem weiteren Weg Richtung Süden am meisten zu bieten: In der zerklüfteten Wand schauen Muränen neugierig aus kleinen Höhlen und Durchbrüchen. Papageifische, kleinere Barakudas und große Schwärme Rotmeerfüsiliere begleiten den Tauchgang, bis man das Plateau im Süden vor Augen hat, über dem die Tauchboote dann ankern. 

Eine besonders für weniger erfahrene Taucher geeignete Variante stellt der Tauchgang vom ankernden Tauchboot aus dar, direkt hinab auf das in 22 bis 25 Meter Tiefe liegende Südplateau. Es führt vom Riff weg in Richtung Südosten, fällt dabei langsam bis auf 30 Meter ab und wird immer schmaler, je weiter man sich dem Ende nähert. Die Strömung hat hier meist all ihre Kraft verloren, die Konzentration kann sich neben den tauchrelevanten Abläufen auf erkundigen und beobachten beschränken. In der Mitte des Plateaus findet sich ein ebenso großer wie auch schöner Erg, der knapp 14 Meter in die Höhe ragt und rundum fantastisch bewachsen ist. An ihm tummelt sich alles Kleine, was das Rote Meer zu bieten hat: Glasfische, Korallen aller Art, Harems- und Fahnenbarsche, Schnapper, Nacktschnecken – der Entdeckerlust sind kaum Grenzen gesetzt. Auf den Sandflächen drum herum finden sich Krokodilsfische und Blaupunktrochen, selbst ruhende Weißspitzenriffhaie wurden schon gesichtet. Oftmals wird das Panorama Riff für zwei Tauchgänge angefahren; nach der adrenalinfördernden Steilwand ist das Südplateau dann ein fast perfekter Platz zum relaxen, staunen, suchen, finden und genießen.

Wer nach dem Besuch des Panorama Riff freudestrahlend die Leiter des Tauchbootes erklimmt, wem das Riff so richtig gut gefallen hat, der sollte an der Basis den nächsten Trip nach Abu Kafan anfragen: Nicht so bekannt und groß wie das Panorama Riff, bietet es trotzdem ganz ähnliche Tauchgänge – nur häufig mit deutlich weniger Tauchern vor Ort. Und in manchen Situationen kann weniger auch deutlich mehr sein.

 

Linus Geschke

Sehenswert


Alle Steilwände, das Südplateau 

 
< Zurück   Weiter >
Jetzt Facebook-Fan werden!
Tauchen Ultimativ auf Facebook
Bestbewertete Artikel
Ägypten: Dahab…
starstarstarstarstar
Mikronesien: Yap-Inseln…
starstarstarstarstar
Über den Sinn und Unsinn von Sonderbrevets…
starstarstarstarstar
Die Welt des Tauchens